Blog · Positive Beispiele · 14. Juni 2026

Mehr als ein Ball, der klingelt: Blindenfussball und Goalball erobern die Schweiz

Blindenfussball mit klingelndem Ball, Goalball als paralympische Teamsportart: Inklusiver Sport gewinnt in der Schweiz an Sichtbarkeit. Ein Blick auf Vereine, Wettkämpfe und den Weg zu den Paralympics.

Fussball ohne Sehen zu spielen, klingt zunächst widersprüchlich – ist aber längst gelebte Realität. Beim Blindenfussball spielen Feldspieler:innen mit einer lichtundurchlässigen Augenbinde und einem Ball, der beim Rollen klingelt, orientiert an akustischen Signalen von Mitspielenden und Guides hinter dem gegnerischen Tor. Auch Goalball, eine eigens für Menschen mit Sehbehinderung entwickelte Mannschaftssportart, gewinnt in der Schweiz zunehmend an Sichtbarkeit.

Wie die Sportarten funktionieren

Bei Goalball versuchen zwei Teams, einen Ball mit eingebauten Glöckchen ins gegnerische Tor zu werfen, während die andere Mannschaft ihn mit dem ganzen Körper abzuwehren versucht – bei absoluter Stille im Publikum, damit alle Spielenden die akustischen Signale hören können. Diese Disziplin ist eine der ältesten paralympischen Sportarten überhaupt und Teil des offiziellen Programms der . Auch Blindenfussball ist paralympisch verankert und wird nach international einheitlichen Regeln gespielt, die für faire Bedingungen unter Athlet:innen mit unterschiedlichem Sehvermögen sorgen.

In der Schweiz haben sich in den letzten Jahren mehrere Trainingsgruppen und Vereine gegründet, die beide Sportarten anbieten – häufig in Zusammenarbeit mit bestehenden Sportclubs, die ihre Infrastruktur und ihr Trainerwissen zur Verfügung stellen. Das eröffnet nicht nur sportliche Perspektiven, sondern auch soziale: Im Training treffen sehende und sehbeeinträchtigte Menschen regelmässig aufeinander, was ganz nebenbei zu einem selbstverständlichen Miteinander beiträgt.

Sichtbarkeit als Schlüssel

Ein grosses Hindernis für das Wachstum dieser Sportarten bleibt die geringe mediale Präsenz. Wer Blindenfussball oder Goalball nicht kennt, kommt selten auf die Idee, es auszuprobieren – ob als Athlet:in oder als Zuschauer:in. Vereine setzen deshalb zunehmend auf Schnuppertrainings und offene Turniere, um die Sportarten bekannter zu machen. Auch Schulen laden vermehrt Sportler:innen ein, um im Rahmen von Projekttagen einen direkten Einblick zu vermitteln – eine Ergänzung zu klassischen Sensibilisierungsanlässen, wie Blindklusiv sie an Schweizer Schulen durchführt.

Der Weg zu einer breiteren Wahrnehmung ist noch lang, doch die Richtung stimmt: Inklusiver Sport zeigt eindrücklich, dass Leistungsfähigkeit und Teamgeist nicht vom Sehvermögen abhängen, sondern von Training, Zusammenhalt und dem Mut, neue Wege zu gehen.

  • Blindenfussball und Goalball sind etablierte paralympische Sportarten
  • Schweizer Vereine kooperieren zunehmend mit bestehenden Sportclubs
  • Mediale Sichtbarkeit bleibt die grösste Wachstumsbremse

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