Barrierefreiheit wird oft erst nachträglich eingebaut – als Korrektur, wenn ein Bau bereits steht. Ein Beispiel, wie es auch anders gehen kann, kommt aus einer Zürcher Gemeinde, die bei der Neugestaltung ihres zentralen Dorfplatzes von Anfang an auf partizipative Planung gesetzt hat. Bereits in der Vorprojektphase wurden Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen eingeladen, den Entwurf zu begehen und Rückmeldungen zu geben.
Taktile Leitsysteme statt nachträglicher Flickwerk-Lösungen
Konkret wurden taktile Bodenindikatoren, sogenannte , und akustische Signale an Fussgängerübergängen gemäss von Beginn weg in die Pläne integriert – nicht als teure Nachbesserung, sondern als selbstverständlicher Teil der Gestaltung. Ein an der belebten Kreuzung beim Bahnhof wurde gemeinsam mit blinden Testpersonen so eingestellt, dass es weder im Alltagslärm untergeht noch Anwohnende in der Nähe stört.
Auch bei der Möblierung des Platzes – Bänke, Bepflanzung, Wegführung – wurde konsequent auf klare Kontraste und ein durchgängiges Orientierungssystem geachtet, das sich auch mit dem Langstock gut ertasten lässt. Die Gemeinde hat dafür extra einen Workshop mit lokalen Betroffenen und Fachleuten für organisiert.
Ein Modell für andere Gemeinden?
Was das Projekt besonders macht, ist der Zeitpunkt der Einbindung: nicht am Ende einer fertigen Planung als Konsultation zur Formsache, sondern als aktiver Bestandteil der Entwurfsphase. Diese Form der kostet zunächst etwas mehr Koordinationsaufwand, spart am Ende aber teure Nachbesserungen und führt zu einem Ergebnis, das tatsächlich für alle funktioniert.
Andere Gemeinden im Kanton haben bereits Interesse angemeldet, das Vorgehen für eigene Bauprojekte zu übernehmen. Für Blindklusiv ist dieses Beispiel ein Beleg dafür, dass gelebte im öffentlichen Raum kein Wunschdenken bleiben muss, sondern mit dem politischen Willen und der richtigen Methodik machbar ist. Wer selbst ein Bauprojekt oder eine öffentliche Fläche inklusiv gestalten möchte, kann sich bei unseren Digitale Barrierefreiheit über die praktische Einbindung von Betroffenen informieren.
- Frühzeitige Einbindung von Betroffenen statt nachträglicher Korrektur
- Taktile Leitsysteme und akustische Signale gemäss SIA-Norm 500
- Vorbildfunktion für weitere Gemeinden im Kanton