Glossar · B
Taktile Bahnsteigkante: Sicherheitszone per Fussertastung
Bahnsteigkante, taktil bezeichnet eine ertastbare Bodenmarkierung mit einer charakteristischen Rippen- oder Noppenstruktur, die entlang des Bahnsteigrands verläuft und blinde sowie sehbeeinträchtigte Menschen rechtzeitig vor dem Gefahrenbereich zum Gleis warnt. Sie ist ein zentraler Bestandteil taktiler Leitsysteme an Bahnhöfen und Haltestellen. Durch das Ertasten mit dem Langstock oder den Füssen erkennen Betroffene die sichere Wartezone klar und deutlich.
Wie funktioniert Bahnsteigkante, taktil?
Die taktile Bahnsteigkante besteht meist aus einem Bodenbelag mit spürbaren Noppen oder Rippen, der sich deutlich vom übrigen Bahnsteigboden unterscheidet. Diese Struktur wird entweder mit dem Langstock ertastet oder direkt unter den Schuhsohlen wahrgenommen und signalisiert: Hier beginnt der Gefahrenbereich zum Gleis.
Üblicherweise sind zwei Zonen erkennbar:
- Sicherheitslinie: eine erste taktile Markierung in sicherem Abstand zur Kante, die zur Vorsicht mahnt
- Aufmerksamkeitsfeld an der Kante: eine zweite, intensivere Struktur direkt am Rand, die eindeutig vor dem unmittelbaren Gefahrenbereich warnt
In Kombination mit Leitlinien, die zu Ein- und Ausgängen sowie Treppen führen, entsteht so ein durchgehendes System, das blinden Menschen die selbstständige Orientierung auf dem Bahnsteig ermöglicht.
Warum ist Bahnsteigkante, taktil wichtig?
Die taktile Bahnsteigkante trägt unmittelbar zur Sicherheit bei, da ein Sturz oder Fehltritt in den Gleisbereich schwerwiegende Folgen haben kann.
- Lebenswichtige Sicherheitsfunktion: verhindert unbeabsichtigtes Betreten des Gleisbereichs
- Selbstständige Nutzung des Bahnverkehrs: ermöglicht blinden Menschen, Bahnhöfe ohne fremde Hilfe sicher zu nutzen
- Standardisierung wichtig: einheitliche Ausführung an allen Bahnhöfen erleichtert das Wiedererkennen der Struktur
- Regelmässige Wartung nötig: abgenutzte oder verschmutzte Markierungen verlieren ihre taktile Wirkung
Blindklusiv sensibilisiert im Rahmen von Schulungen für Bahn- und Verkehrsbetriebe für die Bedeutung solcher Markierungen und zeigt auf, worauf bei der Umsetzung geachtet werden muss.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Die taktile Bahnsteigkante ist ein spezifisches Element des übergeordneten , das auch Leitlinien und Aufmerksamkeitsfelder an anderen Orten wie Kreuzungen umfasst. Gemeinsam mit weiteren Massnahmen bildet sie einen wichtigen Teil des .
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Woran erkennt man eine taktile Bahnsteigkante als sehende Person?
Sie ist meist an einer auffälligen Riffelstruktur im Boden erkennbar, oft in einer kontrastreichen Farbe wie Gelb, die zusätzlich für Menschen mit Restsehvermögen gut sichtbar ist.
Gibt es die taktile Bahnsteigkante an allen Bahnhöfen der Schweiz?
Der Ausbau erfolgt schrittweise im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zur Barrierefreiheit, viele grössere und sanierte Bahnhöfe verfügen bereits über entsprechende Markierungen.
Wie sollte man sich als blinde Person am Bahnsteig zusätzlich absichern?
Ein Orientierungs- und Mobilitätstraining vermittelt Techniken, um sich mit dem Langstock sicher entlang der taktilen Markierungen zu bewegen, und empfiehlt, im Zweifel zusätzlich Personal um Unterstützung zu bitten.