Glossar · B
Blindenfussball: Fussball hören statt sehen
Blindenfussball ist eine eigenständige Fussball-Variante für blinde Sportlerinnen und Sportler, bei der ein spezieller Klingelball sowie akustische Orientierungshilfen das Spiel ohne Sehvermögen ermöglichen. Die Sportart verbindet hohe körperliche Anforderungen mit ausgeprägtem Gehör- und Orientierungssinn.
Wie funktioniert Blindenfussball?
Blindenfussball wird meist auf einem kleineren Spielfeld mit Bandenumrandung gespielt, damit der Ball nicht ständig ins Aus rollt. Die Feldspielerinnen und Feldspieler tragen zudem Augenbinden, um für alle Beteiligten gleiche Voraussetzungen unabhängig vom Restsehvermögen zu schaffen.
Zu den charakteristischen Regeln und Elementen gehören:
- Klingelball: Ein spezieller Ball mit eingebauten Rasseln, der beim Rollen ein Geräusch erzeugt und so geortet werden kann.
- Sehender Torwart: In vielen Varianten ist der Torwart sehend oder sehbeeinträchtigt und übernimmt eine wichtige Orientierungsfunktion.
- Guide-Rufe: Trainerinnen, Trainer oder Guides hinter dem gegnerischen Tor geben akustische Anweisungen zur Orientierung.
- Ruhepflicht der Zuschauenden: Während des Spiels herrscht meist Stille im Publikum, damit die Spielenden den Ball und Zurufe hören können.
Blindenfussball wird international nach standardisierten Regeln gespielt und ist unter anderem paralympische Disziplin.
Warum ist Blindenfussball wichtig?
Blindenfussball zeigt eindrücklich, wie Sport durch angepasste Regeln vollständig inklusiv gestaltet werden kann, ohne an sportlicher Intensität zu verlieren.
- Sportliche Teilhabe: Ermöglicht blinden Menschen, Mannschaftssport auf hohem Niveau auszuüben.
- Förderung von Fähigkeiten: Stärkt Gehör, Orientierungssinn, Koordination und Teamfähigkeit.
- Sichtbarkeit für Inklusion: Turniere und Vorführungen erhöhen das gesellschaftliche Bewusstsein für die Fähigkeiten blinder Sportlerinnen und Sportler.
- Risiko bei fehlender Infrastruktur: Ohne geeignete Spielfelder, Klingelbälle und geschulte Guides ist die Sportart für viele schwer zugänglich.
Wer den Alltag und die Fähigkeiten von Menschen mit Sehbehinderung besser verstehen möchte, kann bei einem Sensibilisierungsanlass von Blindklusiv oft auch praktische Erfahrungen mit ähnlichen Übungen sammeln.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Blindenfussball unterscheidet sich vom regulären , der primär für Zuschauende gedacht ist, während beim Blindenfussball akustische Signale wie der Klingelball und Guide-Rufe direkt für die aktiven Spielerinnen und Spieler zur Orientierung während des Spiels dienen. Beide Konzepte ergänzen sich jedoch bei Turnieren, wenn zusätzlich ein Audiokommentar für das Publikum angeboten wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie orientieren sich Spielerinnen und Spieler beim Blindenfussball?
Sie orientieren sich am Geräusch des Klingelballs sowie an Zurufen von Guides, Mitspielenden und teilweise vom sehenden Torwart.
Warum tragen auch teilsehende Spielerinnen und Spieler Augenbinden?
Die Augenbinden sorgen für gleiche Voraussetzungen im Spiel, unabhängig davon, wie viel Restsehvermögen einzelne Spielerinnen oder Spieler noch haben.
Ist Blindenfussball eine paralympische Sportart?
Ja, Blindenfussball ist eine anerkannte paralympische Disziplin und wird international nach einheitlichen Regeln gespielt.