Glossar · L
Low Vision: Wenn ein Restsehvermögen den Alltag prägt
Low Vision bezeichnet eine erhebliche Sehbehinderung, bei der trotz Brille, Kontaktlinsen oder medizinischer Behandlung ein deutlich eingeschränktes Restsehvermögen bestehen bleibt. Betroffene können in unterschiedlichem Ausmass noch sehen, benötigen jedoch oft Hilfsmittel und Anpassungen, um Alltagsaufgaben zu bewältigen. Low Vision ist keine einheitliche Diagnose, sondern ein Sammelbegriff für vielfältige Formen eingeschränkten Sehens.
Wie funktioniert Low Vision (Restsehvermögen)?
Low Vision kann sich sehr unterschiedlich äussern, je nachdem, welcher Teil des Sehsystems betroffen ist. Häufige Erscheinungsformen sind:
- Eingeschränktes Gesichtsfeld: Nur ein Teil des Blickfelds ist nutzbar, etwa bei Tunnelblick oder Gesichtsfeldausfällen
- Reduzierte Sehschärfe: Konturen und Details erscheinen unscharf, auch aus der Nähe
- Verminderte Kontrastwahrnehmung: Ähnliche Farbtöne oder schwache Kontraste sind schwer zu unterscheiden
- Blendempfindlichkeit: Helligkeit oder direktes Licht verstärken die Beeinträchtigung zusätzlich
Da sich das Restsehvermögen individuell stark unterscheidet, benötigt jede betroffene Person eine auf sie abgestimmte Kombination aus Hilfsmitteln, Umfeldanpassungen und Strategien.
Warum ist Low Vision (Restsehvermögen) wichtig?
Das Verständnis von Low Vision ist wichtig, weil viele Betroffene von aussen nicht als sehbeeinträchtigt erkannt werden, obwohl sie erhebliche Einschränkungen im Alltag erleben.
- Individuelle Hilfsmittel: Vergrösserungssoftware, Vorlesegeräte oder starke Kontraste können den Alltag erheblich erleichtern.
- Arbeitsplatzgestaltung: Angepasste Beleuchtung und Bildschirmeinstellungen ermöglichen weiterhin volle berufliche Teilhabe.
- Gesellschaftliches Bewusstsein: Unsichtbare Einschränkungen werden oft missverstanden oder übersehen.
- Risiko bei fehlender Anpassung: Ohne geeignete Hilfsmittel drohen Überforderung, Ermüdung und sozialer Rückzug.
Wie sich Low Vision konkret anfühlt, lässt sich eindrücklich im Rahmen unserer Sensibilisierungsanlässe nachempfinden.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Low Vision ist ein Unterbegriff der allgemeinen und beschreibt spezifisch das Vorhandensein eines nutzbaren Restsehvermögens – im Gegensatz zur vollständigen Blindheit. Verwandt ist zudem die , bei der die Sehverarbeitung im Gehirn statt im Auge selbst beeinträchtigt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Low Vision dasselbe wie Blindheit?
Nein, bei Low Vision besteht ein nutzbares Restsehvermögen, während bei vollständiger Blindheit kein funktionales Sehen mehr vorhanden ist.
Welche Hilfsmittel helfen bei Low Vision?
Häufig genutzt werden Vergrösserungssoftware, Bildschirmlesegeräte, starke Kontraste und individuell angepasste Beleuchtung.
Kann sich Low Vision im Laufe des Lebens verändern?
Ja, je nach Ursache kann sich das Restsehvermögen im Verlauf verschlechtern, stabil bleiben oder sich in seltenen Fällen leicht verbessern.