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Reliefplan: Mit den Händen sehen und sich orientieren

Ein Reliefplan ist ein taktiles Modell, das Gebäude, Stadtpläne oder Landschaften durch erhabene Strukturen ertastbar macht und so blinden sowie sehbeeinträchtigten Menschen eine räumliche Orientierung ermöglicht. Er ergänzt oft Beschriftungen in Blindenschrift und Grossdruck. Reliefpläne kommen in Bahnhöfen, Museen, öffentlichen Gebäuden und im Aussenraum zum Einsatz.

Wie funktioniert Reliefplan (taktiles Modell)?

Ein Reliefplan überträgt visuelle Informationen wie Grundrisse, Wege oder Höhenlinien in fühlbare, dreidimensionale Strukturen. Unterschiedliche Höhen, Texturen und Formen stehen dabei für unterschiedliche Elemente, etwa Wände, Treppen, Wasserflächen oder Strassen.

Typische Merkmale eines gut gestalteten Reliefplans sind:

  • Reduzierte Darstellung: Nur wesentliche Informationen werden abgebildet, um die Karte mit den Fingerspitzen erfassbar zu halten.
  • Kontrastierende Materialien: Unterschiedliche Texturen helfen, verschiedene Bereiche zu unterscheiden.
  • Braille- und Grossdruckbeschriftung: Für sehende Begleitpersonen und Menschen mit Restsehvermögen wird der Plan meist zusätzlich schriftlich beschriftet.
  • Standardisierte Symbole: Wiederkehrende taktile Piktogramme erleichtern das schnelle Verständnis an verschiedenen Standorten.

Reliefpläne werden häufig aus Kunststoff im Tiefziehverfahren, im 3D-Druck oder durch spezielle Schwellpapiertechnik hergestellt.

Warum ist Reliefplan (taktiles Modell) wichtig?

Reliefpläne sind ein zentrales Hilfsmittel der Orientierung und Mobilität, weil sie Menschen mit Sehbehinderung ermöglichen, sich vor dem Betreten eines Gebäudes oder Areals ein mentales Bild vom Raum zu machen.

  • Selbstständige Vorbereitung: Nutzende können eine Route vorab mental durchgehen, statt sich ausschliesslich auf Begleitpersonen zu verlassen.
  • Einsatz an komplexen Orten: Bahnhöfe, Spitäler, Museen und Verwaltungsgebäude profitieren besonders von taktilen Übersichtsplänen.
  • Ergänzung zu Leitsystemen: Reliefpläne funktionieren am besten in Kombination mit taktilen Leitsystemen vor Ort.
  • Risiko bei fehlender Standardisierung: Uneinheitliche Symbole oder zu detailreiche Darstellungen können die Nutzung erschweren statt erleichtern.

In Schulungen zum Thema Barrierefreiheit lernen Fachpersonen, wie taktile Pläne korrekt gestaltet und platziert werden, etwa im Rahmen der Schulungen von Blindklusiv.

Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen

Der Reliefplan ist eng verwandt mit dem , das jedoch nicht eine Übersicht, sondern eine konkrete Wegführung am Boden bietet. Während der Reliefplan vor allem der vorausschauenden Orientierung dient, hilft das Leitsystem bei der aktiven Fortbewegung. Auch das ist verwandt, stellt jedoch einzelne Symbole statt eines vollständigen Plans dar.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo findet man Reliefpläne in der Schweiz häufig?

Reliefpläne sind unter anderem an grösseren Bahnhöfen, in Museen, Spitälern und öffentlichen Gebäuden zu finden, oft in Kombination mit einer Blindenschrift-Beschriftung.

Wie werden Reliefpläne hergestellt?

Gängige Verfahren sind Tiefziehverfahren mit Kunststoff, Schwellpapier oder 3D-Druck, wobei unterschiedliche Höhen und Texturen verschiedene Elemente darstellen.

Ersetzt ein Reliefplan den Blindenstock?

Nein, ein Reliefplan dient der Orientierung im Vorfeld oder an einem festen Standort. Für die aktive Fortbewegung bleibt der Blindenstock beziehungsweise Langstock unverzichtbar.

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